Starke Fasern aus Polymilchsäure

Newsletter 01/2020

Am Markt verfügbar und biologisch abbaubar: Polymilchsäure (PLA) ist ein innovatives Polymer, das in Verpackungsmaterialien oder chirurgische Fäden Verwendung findet. CCPE-Forschende arbeiten daran, technische Fasern auf Basis von Polymilchsäure für den Schmelzspinnprozess zu entwickeln – Basis für einen neuen Einkomponenten-Verbundwerkstoff.

© Fraunhofer IAP
Fasern auf Basis von Polymilchsäure

Mechanisch verstärkte Polymere aus nur einer einzigen Polymerart erleichtern in einer zirkulären Wirtschaft das mechanische Recycling enorm. Das Innovative ist, die Stereokomplexierung* gezielt während der Umformung zu Filamentgarnen zu optimieren. Damit werden verbesserte mechanischen Eigenschaften bei gleichzeitig erhöhter thermischer Stabilität gegenüber dem Ausgangspolymer erreicht. Ziel ist, neue Anwendungen für Polymilchsäure durch Compoundierung mit den thermisch stabileren scPLA-Fasern zu erschließen. Gleichzeitig wird ein effizientes Recycling des dann vorliegenden Einkomponenten-Verbundwerkstoffs möglich.

Weitere Informationen:
Entwicklung von Stereokomplex-PLA Filamentgarnen für eigenverstärkte PLA-Composite
www.iap.fraunhofer.de

*Stereokomplex bedeutet (dabei) eine Kristallstruktur, die zu gleichen Teilen und abwechselnd aus L- und D-lactidischen Kettensequenzen aufgebaut ist (Y. Ikada, K. Jamshidi, H. Tsui, S.-H. Hyon: Stereocomplex Formation between Enantiometic Poly(lactides), Macromolecules, Vol. 20, No. 4, 1987, 904 – 906).