Nachhaltig und intelligent: Mehrwegtransportlösung für den Lebensmittelbereich

Newsletter 02/2020

Steigende Versandvolumina und der Kundenwunsch nach umweltverträglichen Verpackungen sind ideale Faktoren für die Einführung nachhaltiger Mehrwegtransportlösungen im B2C-Bereich. Forschende des Fraunhofer CCPE machen es sich zur Aufgabe, dieses Thema ganzheitlich im Sinne einer Circular Plastics Economy anzugehen.

© Fraunhofer ICT
Konzeptstudie – Transportverpackung Food-Delivery

 

Auf dem Weg zu einem Demonstrator für lebenszyklusweit nachhaltige Mehrwegtransportlösungen musste das Team zahlreiche Fragen zu Material und Verarbeitung, Geschäftsmodellen und Digitalisierung in die Gestaltung beantworten. Bei der Analyse verschiedener Geschäftsmodelle und Branchen fiel die Wahl  schnell auf den Bereich der Frischebelieferung. Nicht nur handelt es sich hier – auch abseits der Corona Virus-Pandemie –um einen Wachstumsmarkt, auch sind Konsumenten und Versender  hier nachhaltigkeitsaffin und oftmals wird regional beliefert.

Auch Ansätze wie sie beispielsweise im Bereich der Abokisten bestehen, sind aus logistischer Sicht attraktive Anwendungsbereiche, da hier eine regelmäßige Belieferung durchgeführt wird. Der Aspekt der Digitalisierung spielt ebenfalls eine Rolle für eine lebenszyklusstufenübergreifende Nachverfolgbarkeit der Transportverpackung. In Kombination mit dem im Rahmen des Fraunhofer CCPE entwickelten Digitalen Zwillings für zirkuläre Kunststoffprodukte kann so zum einen der Zustand der Transportverpackung im Rahmen ihres Einsatzes festgestellt werden. Zum anderen fließen am Lebensende auch Informationen über den Lebensweg der Verpackung  in die Entscheidungen zu ihrer kreislaufgerechten Verwertung ein. Hierbei können basierend auf den während der Nutzung erhobenen Informationen geeignete, hochwertige Kreislaufführungsoptionen ausgewählt werden. Zum einen muss geklärt werden, was mit dem Material am Lebenszyklusende geschieht, zum anderen müssen dissipative Verluste bewertet werden. Hierbei sind zwei Prinzipien zu beachten.

  • Die Reduktion der Materialvielfalt, bei gleichzeitiger Konstitutionsanpassung des Materials (Monomaterialsysteme), bspw. Faserform, Schäume oder Kompakt, um ein stoffliches Recycling zu ermöglichen und den mechanischen Anforderungen gerecht zu werden.
  • Biologische Abbaubarkeit, um den ökologischen Fußabdruck der in der Umwelt verbleibenden dissipativen Verluste zu minimieren. Im Anwendungsfall der Transportkiste arbeitet das Fraunhofer CCPE Team die dazugehörigen Prozesse und Verfahren aus und bewertet diese hinsichtlich einer großserientechnischen Umsetzung. Hierbei liegt der Fokus auf Verfahren zur Kombination der unterschiedlichen Materialkonstitutionen.