Wie gut kennen Sie den Lebenszyklus Ihrer Produkte?

Newsletter 01/2021

Die meisten Unternehmen wissen zu jedem Zeitpunkt, wo und in welchem Zustand sich ihre Produkte befinden. Zumindest, wenn es um Produktion und Vertrieb geht. Über den weiteren Lebenslauf ihrer Produkte haben sie jedoch nur wenige bis gar keine Informationen und verschenken somit wirtschaftliche und ökologische Potenziale.

© Fraunhofer LBF
Digitaler Zwilling

Viele gebrauchte Produkte landen heutzutage ungenutzt im Keller oder werden vom Endnutzer, der keine weitere Verwendung für sie hat, an einen Entsorger oder Recycler »verschenkt«. Dieser kann mangels ausreichender Informationen, beispielsweise hinsichtlich Demontagemöglichkeiten oder Materialzusammensetzung, oftmals nur ein Recycling zu minderwertigen Anwendungen durchführen. Dadurch entstehen wirtschaftliche und ökologische Verluste.

Mit einem digitalen Zwilling als Entscheidungsgrundlage für die Rücknahme nicht mehr genutzter oder defekter Produkte können Produktionsunternehmen ihren Bedarf an Neumaterialien und -komponenten reduzieren, natürliche Ressourcen schonen und ihre Ökobilanz verbessern. Gleichzeitig finden sie in ihren Kunden »Lieferanten« von passgenauen

Ersatzteilen und Materialien, die sie für die Herstellung neuer Produkte nutzen können. Aktuelle und jederzeit verfügbare Informationen über den Standort und Bearbeitungszustand eines einzelnen Produktes ermöglichen vielen Unternehmen Flexibilität und Entscheidungssicherheit in ihren Planungs- und Herstellungsprozessen. Mit dem Vertrieb und der Übergabe des Produktes an den Kunden endet dieses Wissen jedoch bisher in der Regel.

Ein digitaler Zwilling kann das ändern. Er ermöglicht die detaillierte Erfassung und Abbildung relevanter Zustandsinformationen zu einem einzelnen Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg. Die Verknüpfung produktspezifischer, aktueller Informationen des digitalen Zwillings mit den Mengen bereits vorhandener Informationen aus übergeordneten Systemen (z. B. aus Wetterdaten-banken oder WMS-Systemen) ermöglicht wirtschaftliche und ökologische Mehrwerte. Wie oft wurde das Produkt genutzt? Lohnt es sich das Produkt am Ende einer Nutzungsphase vom Kunden zurückzunehmen, um Komponenten oder Material wiederzuverwenden oder zu recyceln? Dies sind nur einige Fragen, auf die der digitale Zwilling eine Antwort geben kann. Die Erhöhung der Informationsqualität und -transparenz entlang des gesamten Produktlebenszyklus schafft die Grundlage für Verbesserungen und Innovationen in unterschiedlichsten Bereichen. Bedürfnisse des Kunden können besser verstanden und bedient, Serviceangebote optimiert werden. Zunehmend relevante Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Produkt-Service- oder Pay-per-use-Systeme, lassen sich effektiv und erfolgreich umsetzen.

Fraunhofer CCPE unterstützt Unternehmen auf dem Weg zum digitalen Zwilling, um damit verbundene Potenziale zu erschließen. Sprechen Sie uns an, wir machen auch Ihr Produkt digital.

Ansprechpartner:
Jan-Philip Kopka (jan-philip.kopka@iml.fraunhofer.de)
Anna Preut (anna.preut@iml.fraunhofer.de)
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML